Masako Kamikawa

Pianistin

About ...

... "Released Improvisation":

My improvisations are produced directly at concerts and on recordings. Starting in 2011 I began to improvise on stage without prescribed notes and fantasize. (The impulse came from the psychedelic Rock band “Krautheim” who invited me to join them in a jam session.)

The “rule” of my improvisation is to perform spontaneously in front of the audience, not having any kind of preparation. I let myself lead just my senses and outer- and inner hearing. For the durations of the improvisation I decide on circa 3-4 minutes, so that the connection of the sounds are able to be recognized and to make the impression of a completed piece. I could also envision them to be longer. This way of performance differ from the impressions of other genres, in that I use no given themes or motives and that am free from the traditional harmonies. As I follow only my spontaneous inspirations, I call it “Released Improvisation”.

What am I intending with this?
I´d like to bring something new and fresh to the conventional style of today´s classic concerts. Usually the musicians play studied works in a fixed order. However, I find it more exciting when the artists shows his personality through individual music just produced on the spur of the moment onstage. I have indeed the impression, that the audience listen to the music with much more attention and have the feeling that we, the audience and I, would be brought together in a particular way.

... my ideal piano performance:

The most wonderful moments in music for me are the spontaneous improvisations, reacting to the original score. In an ideal situation, one must decide the volume, the timings, the tone colour,etc. of the notes or chords following the previous ones, and combined with the sound of the instrument as well as the acoustic of the hall. All of this requires very quick and precise reactions with the readiness of risk.

If the performance is too planned and conceived, it could be impressive but not as touching. Spontaneous performance is, on the contrary, daring and incalculable, but this non recurring and singular moments of this flow of music are indescribably moving for me.

Perhaps one can compare with a butterfly, which is delicate and fragile creature. Framed in a glass case, one is able to see the original colours of their wings, however, living butterflies, whose wings vibrate and flatter in thousands of colours in the sunshine, have a different quality of beauty.

On some old recordings, you can hear often such spontaneous piano performances. Among them, Clara Haskil, whose ever fresh piano playing is my favourite and best example of my ideal. My wish would be to present - at least some - such beautiful, creative and exciting moments when performing on stage.

Über ...

... mein Ideal vom Klavierspiel:

Die schönsten Momente in der Musik entstehen für mich aus Improvisationen und spontanen, aber gesteuerten Reaktionen im vorgegebenen Notentext.

Der nachfolgende Klang sollte idealerweise Ergebnis des vorausgehenden sein und zeitlich, klangfarblich und dynamisch genau abgestimmt werden. Dies erfordert ein enorm schnelles und präzises Reagieren und eine gewisse Risikobereitschaft. Allzu plangemäß gespielte Musik wirkt zwar beeindruckend, aber weniger berührend.

Spontanes Spiel dagegen ist gewagter und somit unberechenbarer, aber diese nicht wiederholbaren und einzigartigen Momente des Klangzusammenhangs haben für mich etwas unbeschreiblich Bewegendes. Vielleicht könnte man dies mit dem filigranen Wesen des Schmetterlings vergleichen. Im Glaskasten fixierte Exemplare zeigen zwar ihre bunten Flügel in der Originalfarbe, aber lebendige Schmetterlinge mit ihren zitternden und flatternden Flügeln, in der Sonne irisierend, vermitteln eine ganz andere Qualität der Schönheit.

In alten Schallplattenaufnahmen einiger Pianisten höre ich ein solch spontanes Spiel. Die unverbrauchte Frische von Clara Haskils Spiel verkörpert für mich am ehesten dieses Ideal.

Ich würde mir wünschen, auf der Bühne wenigsten einige Momente solch eines wunderschönen und schöpferischen Geschehens entstehen zu lassen.

... "Released Improvisation":

Meine Improvisationsstücke entstanden direkt bei Konzerten und bei Aufnahmen. Erst 2011 fing ich an auf der Bühne ohne vorgegebenen Notentext zu spielen und frei zu fantasieren. (Den Anstoß dazu verdanke ich der psychodelischen Rockband „Krautheim“, bei welcher ich mitspielen durfte). Die „Spielregel“ dabei ist, ohne jegliche Vorbereitung, einfach spontan vor dem Publikum zu spielen. Dabei lasse ich mich allein von meinen augenblicklichen Empfindungen und meinem Gehör leiten.

Für die Spieldauer der Improvisationen setzte ich ca. 3-4 Minuten an, damit der Zusammenhang der Musik noch erkennbar bleibt und sich ein Eindruck von Abgeschlossenheit bildet. Ich könnte mir jedoch auch längere Improvisationen vorstellen.

Diese Art des Spiels unterscheidet sich von gängigen Improvisationen ander Genres dadurch, dass ich mich weder an ein vorbestimmes Thema oder Motiv halte noch an eine vorgegebene traditionelle Harmonik gebunden bin. Da ich beim Improvisieren ausschließlich meiner spontanen Eingebung folge, bezeichne ich diese Musik als „Released Improvisation“.

Was will ich damit bezwecken?
Ich möchte damit die Konventionen des heute üblichen Konzertstils klassischer Musik auflösen. Üblicherweise spielen Musiker einstudierte Werke in festgelegter Reihenfolge. Ich jedoch finde es spannender, wenn der Künstler auf der Bühne aus dem Moment heraus seine eigene Persönlichkeit durch seine individuelle Musik zum Ausdruck bringt. In der Tat habe ich den Eindruck, dass das Publikum dann mit gesteigerter Intensität zuhört, wodurch eine engere Bindung zwischen mir und Zuhörer während der Aufführung entsteht.